UNIVERSITÄRER DRUCK FÜR DIE 7DM

druckwerkstatttitelIN DER DRUCKWERKSTATT DER UNIVERSITÄT AUGSBURG
Die Klasse 7dM der Albert-Einstein-Mittelschule bekam in diesem Schuljahr die Chance, zwei Tage lang in der Druckwerkstatt der Universität zu arbeiten. Zusammen mit der Dozentin Frau Sartorelli fertigten die Schülerinnen und Schüler mehrere Drucke an und bekamen einen Einblick in die Arbeitsprozesse in einer echten Künstlerwerkstatt.
Zu Beginn des Projekts gewährte Frau Sartorelli Einblicke in die verschiedenen Werkstätten des Lehrstuhls Kunstpädagogik, in denen normalerweise nur Studierende künstlerisch tätig sind. Aufgeregt betrachteten die Jugendlichen einige Studentenwerke sowie sämtliche Maschinen, Arbeitsgeräte und Materialen, die zur Herstellung der Werke nötig sind.
Danach wurde die Klasse in die Technik der Radierung, ein Tiefdruckverfahren, eingeführt. Theoretische Grundlagen und Fachbegriffe wie Druckstock, Radiernadel und Druckerpresse kannten die Schülerinnen und Schüler bereits aus dem Kunstunterricht von Frau Bach. Dort wurden auch schon Zeichnungen angefertigt, die nun genutzt werden konnten.
Zunächst durften die Jugendlichen eine sogenannte Milchtütenradierung gestalten. Dabei wird eine alte Milchtüte aufgeschnitten, die dann als Druckstock dient. Die vorher angefertigten Zeichnungen zum Thema „multikulturelle Ornamente und Symbole“ wurden dann mit einer Radiernadel in die Oberfläche geritzt. Anschließend wird eine spezielle Farbe auf die Milchtüte aufgetragen, die in die feinen Ritzen eindringt. Die überschüssige Farbe muss dann in einem aufwendigen Verfahren wieder von der Platte genommen werden. Ist das geschehen, kann der fertige Druckstock auf den Schlitten der großen Druckerpresse gelegt werden. Ein hochwertiges, vorher in Wasser getränktes Blatt Papier kommt darüber. Nun wird das Ganze, geschützt durch eine Filzmatte, durch die Presse gerollt. Durch die riesige Walze entsteht so viel Druck, dass die Zeichnung spiegelverkehrt abgedruckt wird. Das Ergebnis bleibt also immer spannend: wurde zu wenig Farbe von der Platte entfernt, erscheint die Zeichnung sehr hell und umgekehrt.
Am nächsten Tag stellten die Schülerinnen und Schüler im gleichen Verfahren eine Kaltnadelradierung her. Nun war der Druckstock jedoch eine durchsichtige Platte, so dass die vorher gezeichneten Selbstporträts daruntergelegt werden konnten. Durch unterschiedliche Bild- und Gesichtsausdrücke zeigen die Radierungen die Vielfalt der Klasse, getreu unseres Schulfestmottos „Augsburg ist bunt – wir sind bunt“.
Die Atmosphäre in der Druckwerkstatt war sehr beeindruckend. Wie die Profis und mit besonders viel Genauigkeit und Kreativität arbeitete die Klasse selbstständig an ihren Werken. Gegenseitige Hilfe bei schwierigen Arbeitsprozessen, wie dem Drucken an der Presse, war eine Selbstverständlichkeit. Das saubere Aufräumen der Werkstatt und das gemeinsame Betrachten der Ergebnisse beendeten die lehrreichen und spannenden Werkstatttage.
Nochmals vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an Frau Sartorelli und den Lehrstuhl Kunstpädagogik für diese einmalige Chance!

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